Persönliche Entwicklung

Wie Glaubenssätze uns im (Job)Leben behindern

15. August 2020
Businessfrau trinkt kaffee aus becher

Ich bin gerade in einem Coaching Programm.

Das habe ich mir kürzlich geleistet.

Ich dachte, ich möchte mich weiterentwickeln, trotz oder gerade wegen der Karenz. Ich wollte noch einmal meinen “Zustand” prüfen, in dem ich mich im Kontext Job, Karrieredenken, berufliches Weiterkommen etc. befinde.

zwei frauen im video coachingDas Programm

Habe mich also beim “Next Career Level” Programm von Katja Schuh (Schöpferin des Anzugs, des V-Suits , den ich auf einigen meiner Bilder trage – wie auch hier am Beitragstitelbild) angemeldet. Sie ist Karriere Coach für Frauen und hat sich vorgenommen mit ihrem Programm die teilnehmenden Frauen hin zu Beförderungen oder beim Umstieg in neue Jobs zu unterstützen.

Das Programm geht über neun Monate und beinhaltet Einzelcoachings sowie Gruppensessions, wo wir uns als Teilenehmerinnen über unsere Fortschritte unterhalten können.

Ich hab mich natürlich kurzerhand mal angemeldet, stelle nun aber fest, dass ich null Zeit mehr übrig habe, um die tollen Übungsaufgaben zur Selbstreflexion-und verbesserung zu machen. Katja lädt uns die im Wochentakt hoch und bin schon mega nervös, weil ich keine einzige gemacht habe. Bis dato.

Mein Weg die Übungen zu bearbeiten

Hab mich auf Instagram mal bei ihr darüber beklagt, dass ich als Zweifachmama mit Blog und allem einfach nicht dazu komme. Arme ich…

Da schreibt sie mir, ich solle doch einfach die Übungen in meine Blog Artikel integrieren und quasi im Gespräch oder gleich in der Anwendung absolvieren. Und siehe da…da fallen mir doch auf einmal eine ganze Menge Dinge ein.

Die letzte Aufgabe ist eine Übung zu den Glaubenssätzen. Damit beschäftige ich mich schon seit Jahren, habe mich damit aber ehrlicherweise noch nie so wiiiiiirklich auseinander gesetzt. Also lese ich ihr Aufgabenblatt.

Businessfrau mit laptopDie Glaubenssätze

Ich lese über die Überzeugungen, die wir über unser Leben hinweg in uns aufbauen, die sogenannten Glaubenssätze, die wunderbar positiv aber auch zerstörerisch negativ sein können.

Die positiven geben uns Kraft und Energie, die negativen rauben sie uns. Machen uns unsicher und lassen uns an uns selbst zweifeln.

Ich bin übrigens Profi in den negativen Glaubenssätzen, wer hätte das gedacht? *ggg*

Grundsätzlich sollen uns die ja beschützen, in jüngeren Jahren oder so, als man bei schlechten Erfahrungen beschlossen hat, dass sowas nie mehr passieren darf.

Am meisten kann ich mich dann ja auch gleich mit den “5 inneren Antreibern nach Eric Berne” (danke Katja, die kannte ich wirklich noch nicht), identifizieren.

  • Mach schnell! Immer am Sprung, sich selbst und andere Menschen ständig antreiben, Zeitverschwendung ist tabu, multi-tasking
  • Sei perfekt! Gründlich, fehlerfrei und doch nie genug, Tendenz es immer noch besser machen zu wollen
  • Mach es allen recht! Nein sagen ist besonders schwer und für andere opfert man sich selbst auf
  • Sei stark! Alles alleine machen, keine Hilfe annehmen, Zähne zusammenbeißen und durch. Gefühle sind Schwäche und werden nicht gezeigt

Welche Frau (Mutter) kennt das nicht?

Ja, ich weiß, fast alle von uns!

Das Warum mal wieder…

Und dann wieder meine Frage, woher kommt das nur?

Warum ist es so viel einfacher alles schlecht zu reden? Sich selbst in den Dreck zu ziehen und sich nichts zuzutrauen? Beziehungsweise nichts als ok zuzulassen, wenn es nicht mal ganz perfekt ist?

Muss richtig ein bissl schmunzeln, weil diese Antreiber so exakt meine Meinung von mir selbst beschreiben – meine Glaubenssätze. Die gehen alle in Richtung:

  • Meine Dinge müssen immer super sein, und wenn sie es dann sind, ist es nur normal bei mir. Ich bin aber weder böse noch enttäuscht von anderen, wenn deren Sachen es nicht perfekt sind (???)
  • Ich muss alles alleine können. Sich helfen zu lassen ist schwach. Habe bei meinem ersten Sohn ewig gebraucht zu begreifen (innerlich), dass ich nicht alleinerziehende Mutter bin. Ich habe mich einfach so gefühlt. Ich dachte, ich muss alles alleine schaffen. Bis mein Freund mal so nebenher erwähnte, dass er auch noch da ist und mit dem Kind helfen kann und vor allem auch will (siehe da!).
  • Niemand mag mich für mich selbst. Sondern nur, wenn ich mich wunderbar und lieb und gesellig präsentiere, werde ich gemocht. Wehe, ich ecke an, bin mal sauer oder äußere eine gegenteilige Meinung. Dann hat mich eh gleich keiner mehr lieb.

Wow, wie schwer kann man sich selbst das Leben doch machen.

businessfrau nachdenklichIm Job

Würde ich als Arbeitgeber oder Teamleiter Mitarbeiter mit derartigen Selbstzweifeln einstellen oder beschäftigen wollen? Wohl eher nicht!

Ich möchte motivierte, selbstsichere Menschen, die Fehler machen und an diesen arbeiten. Ehrliche, authentische, echte Menschen, mit denen ich Kontroversen und spannende Diskussionen habe. Keine Ja-Sager und Nachquatscher.

Und wir sind doch alle stolz auf unsere Qualitäten als Teamplayer. Warum also alles selber können und machen müssen?

Also, an alle Damen, die ebenfalls mit diesen irgendwie absurden Ideen kämpfen: auf, auf zum Glaubenssätze auflösen!

Dann sind wir für uns selbst und die anderen gleich viel angenehmere Kolleginnen und Zeitgenossinnen. Und ja, selbst auch entspannter und zufriedener mit uns selbst 🙂

Ich freue mich über Eure Kommentare zu dem Thema.

Bis bald auf ein Wiederlesen,

Eure Sigrid

Bildquelle: miriamblitzt – Miriam Mehlman Fotografie

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1 Kommentar

  • Antworten Join the "Next Career Level" by Katja Schuh - mamawahrheiten 20. November 2020 at 21:03

    […] Wie Glaubenssätze uns im (Job)Leben behindern […]

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