Persönliche Entwicklung

Selbst Pitching (nicht) leicht gemacht

25. August 2020
ich stehe lächelnd neben einem baum

Heute hatte ich einen merkwürdigen Tag…

Am Vormittag ein total schönes Kaffeegespräch mit einer Freundin, die ich sehr lange nicht gesehen hatte. Über Social Media haben wir uns wieder “getroffen” und beim Kaffee heute festgestellt, wie ähnlich wir uns sind.

Beide zwei kleine Kinder. Dieselben Probleme, dieselben Themen, dasselbe schlechte Gewissen nichts richtig zu machen – Job und Kindererziehung. Hohe Ansprüche an sich selbst etc. etc.

Wir beide sind durchaus sehr erfolgreich im Beruf, haben jeweils sehr süße Kinder (finden wir). Wir sind auch weiterhin strebsam beruflich weiterzukommen und uns vor allem auch persönlich zu entwickeln.

ein selbstbild im lift spiegelSoweit so unaufregend…

Als wir da so saßen, war es super einfach für mich ihr zu erzählen, was ich in der letzten Zeit gemacht habe. Worauf ich stolz bin. Und welche (wirklich lässigen) Pläne ich beruflich für die nächsten Monate und Jahre habe. Ein perfekter Selbst Pitch.

In entspannter, netter Atmosphäre mit einer freundlichen, bekannten Person. 

Unser Treffen hat mich übrigens auch gleich motiviert wieder einen Blogpost über das nervige schlechte Gewissen zu schreiben.

Und noch einen lustigen Post über das “Mamasein” und die widrigen Umstände, mit denen wir uns zuhause rumschlagen 😉

Was für ein kreatives, inspirierendes Treffen.

Doch dann kam der Nachmittag.

Da hatte ich nämlich ein Gespräch mit einer äußerst toughen Unternehmerin, die in noch nicht ganz 10 Jahren ein sehr erfolgreiches, spannendes, zukunftsträchtiges Unternehmen aufgebaut hat.

Spannende Menschen

Nichtsahnend rufe ich sie an, um ihr ein paar Fragen für meine Interviewreihe “Mamawahrheiten fragt nach…. im Auftrag der Business Moms Austria” zu stellen

Sie beginnt zu erzählen, wer sie ist, was sie gemacht hat und was ihr Unternehmen im Detail so ist, und was sie so macht.

Und dann gehts los.

Sie führt ihre Ansichten dazu aus, was eine gute Unternehmerin ausmacht, wie merkwürdig es ist, dass sich kaum jemand Rücklagen für “harte Zeiten” (Stichwort Corona) bildet. Und wie man ohne Überzeugung, Mut und gutem Business Plan besser kein Unternehmer wird.

Ich wollte dann gerne ein paar Worte zu mir selbst verlieren und stellte fest, dass ich den weltschlechtesten Selbst Pitch hinlegte, den man sich vorstellen kann!

Könnte besser gehen…

Nicht nur, dass ich den Tag zuvor bei meiner ersten richtigen Netzwerkveranstaltung schon harte Kritik von meinem Coach einstecken musste, die mich eingeladen hatte. “Wir müssen dringend an deinem Pitch arbeiten”, hat sie gemeint. So mies hab ich mich beschrieben. Vor allem auch, weil ich jetzt eben im beruflichen und auch geistigem Umbruch bin.

ich mit coach katja schuhIch kann mich momentan null selbst verkaufen.

Das war ja noch nie meine besondere Stärke. Aber jetzt, wo ich endlich wirklich tolle Dinge mache, auf die ich mega stolz bin, bin ich immer noch nicht in der Lage zu erklären, was eigentlich so toll daran ist.

Und dann das Gespräch heute. Na bitte, es fehlen mir die Worte vor Entsetzen.

Ich rekapituliere also, wie ich dieser wirklich geschäftstüchtigen Frau erzähle, dass ich mit meinem Blog “im Moment eh noch kein Geld verdienen muss”, weil ich ein “Sicherheitstyp” bin und “mir Zeit lasse, herauszufinden, was ich so genau machen will”.

Ich konnte förmlich spüren, dass sie sich gefragt hat, warum

  1. ich mich überhaupt selbstständig gemacht habe,
  2. was ich denn mit meinem Blog so treibe, und
  3. ob sie wirklich ihre Zeit mit mir und meinem Interview verschwenden soll

Was lerne ich also daraus?

Biiiiitte, etwas mehr Selbstsicherheit an den Tag zu legen, wenn ich mit Menschen (Frauen wie Männern) spreche, die tough und beeindruckend sind. Ich vergleiche mich und meine Arbeit immer direkt mit den Menschen, die mich besonders beeindrucken. Was gut ist – man soll sich ja immer nach oben orientieren und nach Vorbildern suchen, von denen man noch etwas lernen kann. Dann werde ich aber unsicher, weil ich die eben so toll finde und mich daneben dann nicht mehr so. (Hallo Selbstzweifel!)

Da vergesse ich gerne, dass meine Fähigkeiten, Kenntnisse und “Errungenschaften” aber auch nicht ganz so ohne sind. Und dass ich mit denen auch hausieren gehen darf. Ganz ohne Arroganz. Ganz ohne grenzenlose Selbstüberschätzung.

ich halte mich an einem Baum festEinfach nur eine Portion Selbstvertrauen und Glaube an sich selbst. Fertig.

Dann ist man auch für jede Diskussion mit einem “Überperformer” und “Highflyer” gewappnet 🙂

Ist Euch das auch schon mal passiert, dass Ihr Euch neben einer Person irgendwie unzulänglich gefühlt habt und Euch selbst schlechter verkauft habt, als Ihr es seid?

Erzählt mir gerne davon.

Ansonsten freue ich mich auf ein Wiederlesen,

Eure Sigrid

 

Bildquelle: miriamblitzt – Miriam Mehlman Fotografie

Grüner Business Anzug: geliehen von Katja Schuh @V-Suit

 

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2 Comments

  • Antworten Der Elevator Pitch - mit Lego Serious Play® - mamawahrheiten 18. Oktober 2020 at 20:50

    […] Haha, dachte ich mir, hatte ich doch kürzlich so absolut unerfreuliche Erfahrungen mit dem Thema gemacht (siehe meinen Post: Selbst Pitching (nicht) leicht gemacht) […]

  • Antworten Join the "Next Career Level" by Katja Schuh - mamawahrheiten 21. Oktober 2020 at 14:21

    […] Selbst Pitching (nicht) leicht gemacht […]

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