Mütter im Beruf

Mein Karriereziel ist eine glückliche Familie (Auftritt bei Barbara Karlich)

4. September 2020
Sigrid in der TV Diskussion

Haha, ja der Titel ist etwas verwirrend.

Nein, das ist nicht meine Aussage. 

Ich war NICHT da, um diese Aussage zu bekräftigen. Ich war bei der Barbara Karlich Show eingeladen, um die erfolgreiche Karrierefrau mit Kindern zu mimen.

Naja, dass man sich erstmals im TV sehend, nicht top super schön findet, sei mal dahingestellt. 

Dass ich auch noch einen furchtbar schrecklichen Sitzplatz auf der Bühne hatte – nächstes Problem.

Da sehe ich mich ununterbrochen von der Seite aus dem Profil aufgenommen. Schrecklich.

Gut, aber bin ja (laut meiner Mutter) nicht da, um einen Schönheitswettbewerb zu gewinnen, sondern meine Message an den Mann und die Frau zu bringen.

Worum geht es also. 

Die Sendung handelt also davon, dass es eben Frauen und Familien gibt, wo die Mütter bei ihren Kindern zuhause bleiben wollen.

Und nicht Karriere machen wollen. 

Und nicht arbeiten gehen wollen.

Für die der Job absolut unwichtig ist und die Familie im alleinigen Fokus steht. 

Allein, dass es nur ein Paar in der Sendung gab, die diesen Standpunkt vertraten. Gegenüber aber drei Frauen da saßen, die Kinder und Karriere sehr gut vereinbaren.

Daran sah man bereits, dass das Thema in Wahrheit gar nicht mehr so populär ist, bzw. die Gegenpositionen gar nicht mehr so klar sind. 

Es gibt diese Frauen fast nicht mehr, die wirklich ausschließlich bei ihren Kindern daheim bleiben.

Ein paar Jahre schon, so wie zum Beispiel die Dame, die acht Jahre zuhause blieb.

Doch auch sie ist danach wieder arbeiten gegangen. Sie schreibt auch einen Blog – arbeitet also quasi von zuhause.

Aber sie arbeitet doch auch!

Meine wichtigsten Aussagen

Ich bin in der Sendung sehr stark dafür eingetreten, dass

  • Frauen, die eine tolle Ausbildung erhalten, diese auch in der Praxis einsetzen wollen
  • Männer wie Frauen sich gemeinsam um die Kindererziehung bzw. den Haushalt kümmern können
  • Mumshaming furchtbar ist (siehe meinen Blogpost Mum Shaming – warum erschweren wir uns noch gegenseitig das Leben?)
  • Erfolgreiche Männer, die Kinder haben, gelobt werden – erfolgreiche Frauen, die Kinder haben, schräg angeschaut werden (Stichwort: Vereinbarkeit)

Die Diskussion war meiner Meinung nach eher oberflächlich und darauf ausgelegt zu bestätigen, dass die alten Rollenbilder noch sehr stark existent sind.

Mir kam aber doch vor, dass – bis auf ein paar Ausnahmen an Menschen, die doch sehr steinzeitlich denken – ebendiese Rollenbilder aufbrechen. Und dass es diese “klassischen Familien” in Wahrheit gar nicht mehr gibt.

Selbst wenn Frauen längere Zeit bei den Kindern bleiben, irgendwann gehen auch sie wieder arbeiten. (Kann natürlich auch damit zusammenhängen, dass man heutzutage als Alleinverdiener kaum mehr eine Familie erhalten kann.)

Es muss ja nicht jede 40 Stunden und mehr arbeiten.

Es muss auch nicht jede eine unheimliche Karriere anstreben.

Es muss niemand!

Aber so richtig daheimbleiben und zwanzig Jahre lang Kinder und Ehemann betreuen, das gibts eben auch nicht mehr so häufig.

Die Karlich Show hat jedenfalls niemanden gefunden 🙂

Fazit für mich: 

Es war eine interessante Erfahrung zu sehen, wie TV gemacht wird.

Es war super spannend bei einer Aufnahme dabei zu sein und mich selbst im Fernsehen zu sehen. (Achtung: Selbstkritik-Alarm!)

Das war’s aber fürs Erste mit meinen TV Diskussionen. 

So viele Dinge, die man sagen möchte, kann man nicht ausformulieren oder erklären. Viele Dinge bleiben nur halb erklärt im Raum stehen.

Ich habe mich nur so mittelmäßig wohl und gar nicht zufrieden gefühlt. 

Heute aber teile ich die Sendung nun doch mit den Menschen da draußen.

Was denkt Ihr denn so darüber?

Freue mich, wie immer, über Eure Kommentare.

Bis bald auf ein Wiederlesen,

Eure Sigrid

 

Aufzeichnung für 4. September 2020

 

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2 Comments

  • Antworten Heike 8. September 2020 at 9:02

    Hallo Sigrid!

    Danke für deinen Beitrag! Ich hab die Sendung „leider“ nicht gesehen (nach deinen Schilderungen mache ich mir wohl auch nicht die Mühe sie in der TVThek zu suchen…). Ich bin über LinkedIn auf deine Teilnahme und den Bericht gestoßen.

    Ich selbst bin zweifache Mama (8 und 4 Jahre) arbeite in einer Führungsposition und bin unter der Woche alleinerziehend, da mein Mann im Ausland arbeitet. Es ist ein Kraftakt! Und vor 10 Jahren hätte ich mein idealtypisches Familienbild wohl auch nicht so skizziert. Aber genau das ist es: schau ich in meinen Bekannten- und Freundeskreis, dann sehe ich, dass es das nicht mehr gibt – die typische Familie, so wie wir die noch vor 20 Jahren kannten. Jedes Familienleben ist anders und „selbstgestrickt“.

    Auf der anderen Seite hab ich durch meinen Job mit sehr vielen jungen Menschen zu tun und beschäftige mich mit Studien über die aktuellen Generationen. Und da kommt es wieder: die jungen Menschen, zwischen 20 und 30, hängen wieder traditionellen Rollenbildern nach. Sie träumen von geregelten Arbeitstagen, einer strikten Trennung zwischen Job und Freizeit und von (Aus)Zeit für die Kinder, wenn es mal so weit ist. Immer mehr Frauen in diesem Alter formulieren den Wunsch, sich für die Kinder aus dem Arbeitsleben (kurzzeitig) zurück zu ziehen und die „Vater ernährt die Familie“-Tradition wieder aufleben zu lassen. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, ob dieser Wunsch auch Wirklichkeit wird.
    Aber trotzdem schreckt mich diese Denkwende, denn das kehrt eigentlich wieder alles um, wofür zB meine Mutter gekämpft hat…

    Ich wollte nur diesen Teil der Geschichte ergänzen – die „zukünftigen Mütter“ werden vielleicht wieder anders…

    Liebe Grüße,
    Heike

    • Antworten Sigrid 8. September 2020 at 22:32

      Liebe Heike, danke vielmals für deine ausführliche Nachricht und deine Gedanken zu dem Thema!

      Nein, ich denke nicht, dass du die Sendung unbedingt sehen musst 😉
      Aber die Aussage bleibt mit Sicherheit die, dass man als Frau immer noch die Hauptbelastung trägt – wie es ja auch bei dir der Fall zu sein scheint. Und das obwohl wir selbst anspruchsvolle Jobs haben und auch erfolgreich sind und sein wollen.

      Ich stimme dir zu, dass die Wünsche der jungen Generation sich vor allem gerade jetzt wieder völlig zu wandeln scheinen.
      Ich höre ständig etwas von “Work-Life-Balance” und davon, dass die Jugend nicht mehr so viel arbeiten, sondern lieber mehr vom Leben haben will. Und eben auch davon, dass einige junge Frauen sich lieber vollständig auf das Muttersein konzentrieren würden, ohne arbeiten gehen zu müssen.
      Leider ist das ja nicht mal mehr möglich, weil heutzutage kaum ein Mann mehr so viel verdient, dass er locker eine vierköpfige Familie erhalten kann. Also muss die Frau quasi wieder arbeiten gehen, ob sie will oder nicht.

      Ich denke aber, dass das, wofür unsere Mütter gekämpft haben, erstens nicht umsonst war. Aber zweitens vor allem immer noch nicht eingetreten ist. Hier geht es um Gleichberechtigung von Frauen, die die gleichen Chancen haben sollen wie Männer – egal, ob sie Kinder bekommen oder nicht. Aber es muss die Möglichkeiten für sie genauso geben wie für Männer.
      Dafür lohnt es sich immer noch (weiter) zu kämpfen.
      Und auch den jungen Menschen Vorbild zu sein.

      Ich möchte mir nicht anmaßen nachvollziehen zu können, welchen Belastungen du ausgesetzt bist (noch dazu im Hinblick auf Corona).
      Aber ich selbst war auch immer schon eine Kämpferin und Durchhalten war meine Devise, seit ich denken kann. Also wurschtle ich mich durch alle Herausforderungen, denen ich mit Kind und Job so begegne…

      Man wird sehen, wohin sich unsere Kinder entwickeln, wie unsere Töchter das Thema eines Tages angehen werden oder auch können.
      Mir ist wichtig, dass sie sehen, dass für alle alles möglich sein kann.
      Die Entscheidung, was gut ist, treffen sie dann für sich selbst.

      Bis bald, liebe Heike!
      Schöne Grüße,
      Sigrid

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