Ein Kind ist kein Kind

Ein Kind ist kein Kind…

8. September 2020
Zwei Kinder schauen durch ein Fenster in einen Spieleraum

Oder was meint Ihr?

Social Media – ein Segen 😉 

Ich muss (ein bisschen) schmunzeln, denn durch meinen Social Media Post vor ein paar Tagen habe ich wohl ein wenig die Gemüter bewegt.

Obwohl ich schon einige Posts zu dem Thema “Ein Kind ist kein Kind” geschrieben habe, hat danach bis dato noch nie irgendein Hahn gekräht. 

Entweder muss ich meinen Schreibstil überdenken, denn Vieles habe ich durchaus ironisch und (fand ich zumindest) humorvoll beschrieben.

Und es ist zu befürchten, dass diese Artikel wohl nicht gelesen wurden. Denn ich stelle fest, das ist ein sehr kontroverses Thema. Mit dem Titel alleine schon habe ich offenbar (wirklich unabsichtlich) einige Ein-Kind-Mütter beleidigt.

Habe der Tatsache, dass ich auf einmal Zweifachmama war, eine ganze Seite gewidmet und poste dort immer wieder Geschichten, die ich mit meinen beiden Kindern erlebe. Ein Kind ist kein Kind

Dies sind Erlebnisse, die ich wahrscheinlich in der Form nie hätte, hätte ich nur ein Kind. 

Zwei Kinder streicheln eine KatzeZwei Kinder – ein Auftrag

Was ich damit sagen möchte, ist, dass ich jede Mutter respektiere, die überhaupt ein Kind hat.

Kinder haben ist das Schönste und Beeindruckendste, was einem im Leben passieren kann. Es ist aber auch anstrengend und Energie raubend und Leben verändernd.

Da muss man mal durchtauchen, das ist schon was!

Und jedes Alter hat dann auch noch so seine Herausforderungen – es wird also nie wirklich “easy-cheesy”.

ABER, und jetzt kommt mein “Aber”: ein zweites Kind ist einfach noch mal eine andere Nummer.

Veränderungen

Ich habe bereits von einigen Mehrfachmüttern gehört, dass das zweite Kind die größte Aufgabe war. Wenn man dann drei oder noch mehr Kinder hat, ist die Veränderung – laut dieser Damen – nicht mehr ganz so einschneidend.

Meine Erfahrung ist also nun mal, dass die Ankunft des Geschwisterchens zu unserem ersten Prinzen ein extremer Einschnitt war. 

Erstens natürlich für den Familienverbund als solches, von drei auf vier Personen (Da waren wir auf einmal zu Viert… (Teil 1) und Da waren wir auf einmal zu Viert… (Teil 2)).

Aber vor allem die Einführung der Kleinen in unser Triumvirat war so eine Sache. 

Mutter schreibt in ein Buch mit Tochter auf dem SchoßZuerst dachte ich sogar, bis auf ein paar sehr anstrengende Erlebnisse (zB Kinderarzt Besuch, Einkaufszentrum etc.) , würden wir das ganz gut hinkriegen. Aber nach einiger Zeit kam ich erst drauf, wie fulminant die Veränderungen mit zwei Kindern eigentlich sind.

Alles, was mich mit einem Kind bereits fast an den Rand des Wahnsinns getrieben hatte (zu wenig Zeit, schlechtes Gewissen, zu wenig Schlaf…), stieg mit den beiden schon bald in ungeahnte Sphären.

Immer wieder frage ich mich, wie ich überhaupt überlebe.

Was mich beschäftigt

Ich habe ständig ein schlechtes Gewissen, dass ich

  • eines dem anderen bevorzuge
  • einem mehr Aufmerksamkeit schenke als dem anderen
  • sie zu oft miteinander vergleiche und zu wenig als Individuen wahrnehme
  • nicht jedes Kind jeden Abend hinlegen kann
  • sie nicht genug fördere

Soll ich weitermachen?

Daher stelle ich fest, dass man als Mutter eines Kindes – und das war ich immerhin zwei Jahre lang! – nicht nachvollziehen kann, wie es ist zwei (oder sogar mehr) Kinder zu haben.

Es ist nun mal anders.

Es ist nun mal anstrengender. 

Denn manchmal kommt es eben vor, dass das große Kind Dinge von dir einfordert, während das kleine Kind schreiend und kreischend irgendwo liegt. Du kümmerst dich dann notgedrungen um das größere mobilere Kind und vergehst vor Sorge oder schlechtem Gefühl, weil du dich nicht um deinen hungrigen Säugling kümmern kannst.

Oder du musst aufs Klo, das Große rennt irgendwohin, das Kleine brüllt und du verzweifelst, weil du nicht weißt, in welche Richtung du laufen sollst, während du dir fast in die Hose machst.

Ich schneide einen Apfel gemeinsam mit meinem SohnLiebe alle Mütter! Ich will hier niemanden beleidigen, niemandes Leistung schmälern, niemandem zu nahe treten. 

Aber in meiner persönlichen Lebenswelt sind meine zwei Kinder eine Wahnsinnsaufgabe, die einerseits wunderbar, erfüllend, inspirierend und sooo lehrreich ist. Andererseits aber bringt es mich auch an sämtliche meiner Grenzen, und darüber schreibe ich hier.

Weil es mir gut tut. Weil ich es gerne mache. Und weil das meine persönliche Meinung ist. 

Wie gesagt, ich bin froh, wenn Frauen sich entscheiden Mütter zu werden. Das ist wunderbar und schön.

Was es allerdings bedeutet von einem Kind auf zwei “aufzustocken”, kann man erst beurteilen, wenn man es hat. So ist es nun einmal.

Schreibt mir gerne Eure Meinung dazu in die Kommentare.

Ich freue mich auf ein Wiederlesen,

Eure Sigrid

 

Bildquelle: miriamblitzt – Miriam Mehlman Fotografie

 

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