Mütter im Beruf

Wie bestimme ich meinen Marktwert? Teil 1

12. Dezember 2020
Wie bestimme ich meinen Marktwert

Ich sitze heute da und denke über ein Gespräch nach, dass ich mit Martina Ernst von Salary Negotiations geführt habe.

Ich hatte ihr zugesagt, dass ich etwas über den Marktwert für ihre Website schreibe. Irgendwie ist es nicht dazu gekommen, weil sie in Wahrheit hier die Expertin ist und ich nur aus meinem Bauch heraus meine Gedanken dazu formuliere.

Aber:

Die Überlegung

Natürlich hab ich mich damit beschäftigt, weil man sich als berufstätiger Mensch ja immer wieder mal mit anderen vergleicht.

Was verdienen die Kollegen eigentlich?

Was verdienen meine Freunde, Bekannten, meine Familienmitglieder so?

Was ist „normal“ als Bezahlung, was über-und was unterdurchschnittlich?

Ich habe in meiner mittlerweile über 17jährigen Berufslaufbahn immer mal wieder gedacht, ich sei völlig unterbezahlt. 😉

Was ich in diverse Jobs investiert habe, wieviel ich gearbeitet und wieviel Zeit ich den Firmen geschenkt habe, schien mir unermesslich.

Ich arme, unterbezahlte, wackere Ameise.

Ich gehe lässig an Hausmauer entlangDann kam Martina

Inspiriert wurde ich von ihr, als sie in einem Interview mit der Profi Netzwerkerin und Unternehmerin Ruth Gabler-Schachermayr von careermum gesagt hatte: „ Du kannst arbeiten, so viel und so hart du willst. Wenn du der Firma keinen Mehrwert bietest, dann wirst du für das viele Arbeiten nicht mehr bezahlt bekommen.

Oder so ähnlich.

Hängengeblieben ist mir aber durchaus, dass ich, egal, was ich in meinen diversen Jobs an Zeit und „Schweiß und Tränen“ investiert habe, nicht unbedingt automatisch eine Beförderung oder einen Bonus verdient hatte.

Warum nicht, könnte man sich fragen.

Da hat man sich doch so bemüht. Und so viel private Zeit, seine eigene Lebenszeit geopfert. Und dann wird das nicht ausreichend anerkannt (oder?).

Die Wahrheit, und nichts als die Wahrheit

Ich glaube, was man als junger Mensch verstehen muss, ist, dass man selbst als noch nicht so erfahrener Arbeitnehmer für die Unternehmen ein gewisses Investment ist.

Man wird eingestellt und weiß erstmal überhaupt nichts. Studium hin oder her, echt, man weiß gar nichts!

Dann arbeitet man wie wild daran, sich Erfahrungen und Wissen anzueignen. Man lernt, man probiert aus, man arbeitet sich ein.

Und irgendwann wird man produktiv. Da ist dann der Moment, wenn die Firma sagen könnte: „Ach super, dass wir die Frau xy eingestellt haben. Die hat dieses Projekt geleitet, dass uns XY Euro mehr im Umsatz gebracht hat.“

Also habe ich meiner Firma einen Mehrwert gebracht. Sie haben mit mir Geld verdient. Dann krieg ich vielleicht irgendwas von dem Kuchen ab. Sprich eine Gehaltserhöhung, später vielleicht auch mal eine Beförderung oder einen Bonus.Sitze lachend auf einer Parkbank mit Kaffeebecher in der Hand

Ein steiniger Weg

Doch auf dem Weg dorthin, das muss mal ehrlich gesagt sein, lässt man nun mal ein paar private Stunden und ein paar Verzweiflungsmomente liegen.

Ich glaube auch wirklich nicht (bitte belehrt mich eines Besseren), dass es geborene Super-Highflyer gibt!

Klarerweise gibt es genügend junge Menschen, die äußerst kreativ, begabt, intelligent und clever sind.

Die Glück haben, gefördert werden und tolle Projekte bearbeiten.

Aber Erfahrung muss man sich holen.

Das braucht einfach ein paar Jahre, bis man mal einen Erfahrungsschatz hat. Dinge versucht hat. Fehler gemacht hat. Erfolge gefeiert hat.

Bei manchen mag das schneller gehen als bei anderen. Einige blenden aber auch einfach drüber und verkaufen sich derartig gut, dass man kurzfristig darauf vergessen könnte, dass die eierlegende Wollmilchsau mit 25 Jahren möglicherweise doch nicht alles so gut und so in der Tiefe beherrscht, wie man es sich wünschen würde.

Jedenfalls steigert man durch jeden Job, jedes Berufsjahr, jedes Projekt, das man so abwickelt, seinen Marktwert.

Aber Achtung! Das auch nur dann, wenn man im gleichen Aufgabenbereich bleibt. Hier zählen wirklich die berufsspezifischen Zeiten und NICHT deine gesamte Berufslaufbahn. 

Autsch!

Das war schwer für mich zu schlucken. Denn in Summe habe ich persönlich zum Beispiel fünf lange Jahre in der Gastronomie gearbeitet. Diese Zeit kann ich für eine Gehaltsverhandlung in meinem jetzigen Arbeitsumfeld faktisch gar nicht ins Treffen führen.

Diese Zeit hat mir maximal ein paar “soft skills” wie Durchhaltevermögen, Stressresistenz oder Serviceorientierung gebracht. Für eine Firma zum Beispiel in der Konsumgüterbranche ist ansonsten von diesen Erfahrungen nicht so viel relevant!

Der Marktwert

Daher nun  zurück zur Frage:

Ich stehe lächelnd mit Tasche vor einer MauerWas ist der Marktwert eigentlich?

Wie stelle ich den jetzt also fest?

Hier hat mir Martina geraten mal auf diverse Online Plattformen zu schauen und meine Daten einzugeben.

Nur, um mal ein Bild davon zu bekommen, was am Markt so durchschnittlich, ungefähr, circa bezahlt wird für den Job, für den ich mich eventuell interessiere. Oder auch für den Job, den ich gerade mache.

Man sollte zumindest wissen, wie man selbst gerade dasteht.

Und nicht vergessen, wie oben erwähnt, nur die tatsächlich relevanten Arbeitserfahrungen- und jahre zählen!

Gesagt, getan.

Ich habe meine Daten bei www.stepstone.at eingegeben, alles brav ausgefüllt und siehe da: nichts.

Leider ist mein Job einer, der kaum Referenzdaten in Österreich hat, daher kann der schlaue Algorithmus nichts für mich berechnen.

Das kann auch passieren. Selten, aber doch 😉

Was habt Ihr für Jobs?

Habt Ihr Euch schon mal überlegt, was genau Euer Marktwert ist?

Lasst es mich wissen. Meine weiteren Gedanken zu dem Thema in Teil 2.

Freu mich auf ein Wiederlesen,

Eure Sigrid

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3 Comments

  • Antworten Wie bestimme ich meinen Marktwert? Teil 2 - mamawahrheiten 15. Dezember 2020 at 22:50

    […] Im ersten Teil zu meinen Überlegungen stellte ich schon mal fest, dass es zu meinem Job auf http://www.stepstone.at schon mal keine ausreichenden Infos gibt, um meinen Marktwert zu bestimmen. Meine Berufsbezeichnung könnte man in Österreich ein “Orchideenfach” nennen 😉 […]

  • Antworten Mamawahrheiten fragt nach bei...Martina Ernst - mamawahrheiten 4. März 2021 at 21:54

    […] können Frauen mit ihren Unternehmen besser verhandeln, wie stellen sie fest, was eigentlich ihr Marktwert ist und wie erhalten sie am Ende den Bonus, die Gehaltserhöhung oder den gewünschten […]

  • Antworten #1 - Martina Ernst | Salary Negotiations - mamawahrheiten 10. März 2021 at 23:16

    […] können Frauen mit ihren Unternehmen besser verhandeln, wie stellen sie fest, was eigentlich ihr Marktwert ist und wie erhalten sie am Ende den Bonus, die Gehaltserhöhung oder den gewünschten […]

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