Mütter im Beruf

Wie bestimme ich meinen Marktwert? Teil 2

15. Dezember 2020
Wie bestimme ich meinen Marktwert

Die Frage aller Fragen: wie bestimme ich meinen Marktwert? Und wozu muss ich den eigentlich kennen?

Im ersten Teil zu meinen Überlegungen stellte ich schon mal fest, dass es zu meinem Job auf www.stepstone.at schon mal keine ausreichenden Infos gibt, um meinen Marktwert zu bestimmen. Meine Berufsbezeichnung könnte man in Österreich ein “Orchideenfach” nennen 😉

Also zurück zum Start. Ich weiß immer noch nicht, was denn jetzt mein Marktwert ist. Oder wie ich mich am besten einschätzen soll.

Ich, fröhlich in die Kamera lachendRecherche ist das halbe Leben

Ich rufe also noch mal Martina Ernst von Salary Negotiations an, die mir rät, dass ich doch mal auf www.karriere.at oder auf www.glassdoor.com umschauen soll, weil da Daten für Deutschland erhoben werden. Hier hat man dann eher Chancen zumindest einen Vergleichswert zu bekommen.

Natürlich bedenkend, dass das System in Deutschland etwas anders läuft. Dass die Deutschen erstens, ohnehin 20% mehr verdienen als wir. Zweitens haben sie kein 13. und 14. Monatsgehalt wie wir, sondern andere Urlaubs-bzw. Weihnachtszahlungen.

Aber, das Bruttojahresgehalt zählt erstmal als Richtwert, sämtliche weitere Details muss man ohnehin immer individuell ansehen.

Dein persönlicher Marktwert

Bis dato habe ich die anderen Plattformen noch nicht bemüht mir zu sagen, was ich als Category Managerin im FMCG so wert sein könnte. Es ist mir momentan auch nicht wichtig.

Ich habe mir allerdings jahrelang über das Geld Gedanken gemacht.

Mit meinem Gehalt war ich in den jeweiligen Positionen meiner Karriere interessanterweise immer sehr zufrieden.

Als ich mit der Uni fertig war und endlich aus der Abhängigkeit zu den Eltern entschlüpfen konnte, war jegliches Geld, besser als das, was ich davor hatte.

Ich war happy über meinen erstes Angebot und dachte nicht lange nach. Job accepted.

Eine Frage der Perspektive

Dann hörte ich mich um.

Fast bei jedem neuen Job, den ich begann, fand ich irgendwann heraus, dass jemand auf ähnlicher Position mehr verdiente mehr als ich.

Warum nur? Was machte der denn besser als ich? Hatte ich doch alles, was ich brauchte, immer durch mein strebsames Reinhackeln innerhalb kürzester Zeit gelernt.

Was ich nicht überlegte, war, dass ich in Wahrheit immer noch nicht viel konnte.

Ich habe in meiner Karriere unheimlich oft Job gewechselt. Ich habe mich immer völlig neuen Herausforderungen gestellt. Was toll war und spannend. Aber eben auch jedesmal etwas Artfremdes, wo ich nur bedingt auf konkrete Erfahrungen zurückgreifen konnte.

Frau sitzt auf Parkbank und holt etwas aus TascheAm Anfang meiner Berufslaufbahn in der Wirtschaft, hatte ich mir gewöhnlicherweise zwar recht schnell das momentan nötige Wissen angeeignet, aber konnte ich komplexe Zusammenhänge verstehen? Konnte ich auf meinen Erfahrungsschatz an Lösungskompetenzen zurückgreifen?

Nein, konnte ich nicht unbedingt.

Man neigt möglicherweise zu leichter Selbstüberschätzung, wenn man von der verzweifelten Schwimmerei in den Anfangsmonaten endlich, endlich eine Art „Oberwasser“ bekommt. Man versteht auf einmal, wovon die in der Firma sprechen, wenn sie mit irgendwelchen Kürzeln und „denglischen“ Wörtern um sich schmeißen. Vielleicht kann man sogar schon mitreden und ein paar wertvolle, sinnbringende Kommentare beisteuern.

Aber den Laden schupfen kann man zu dem Zeitpunkt noch lange noch nicht.

Der Reality Check

Also war es wohl gerechtfertigt, dass der Kollege, der schon fünf Jahre im Unternehmen und Fachexperte war, mehr verdiente als ich.

Einmal ist es mir aber auch passiert, dass ich mich bei einem Unternehmen bewarb, wo man mir mehr Geld bot, als ich verlangt hatte.

Der Job, den man mir nach meinem erfolgreich absolvierten Assessment Center gab, war innerhalb der Firma in einer gewissen Höhe dotiert. Und die niedrigste Gehaltsstufe für diese Aufgabe war noch deutlich höher, als ich verlangte.

Damals wusste ich auch noch nichts über Marktwert und Co. Da hätte ich mich wohl mal erkundigen sollen. 

Ich kam quasi von einem mittelmäßig zahlenden Unternehmen in ein sehr gut zahlendes. Und hatte dies nicht recherchiert.

Normalerweise ein großer Fehler – in meinem Fall ein echtes Glücksgefühl.

Mutter mit Kind im Arm spaziert über WieseWichtige To Do’s

Recherchiere, welche Gehälter in deiner Firma möglich ist.

  1. Was ist ihr Ruf? Die Reputation eines Unternehmens in der Branche sagt meistens schon sehr viel aus.
  2. Finde Artikel, Infos, Statistiken, ob in der Branche ein Unternehmen für hohe oder niedrige Gehälter bekannt ist.
  3. Und frage in deinem Netzwerk nach, ob jemand weiß, wie das Gehaltsniveau in der Firma ist. Oftmals kennt irgendwer irgendwen, der irgendwen kennt, der dort arbeitet.

Ist in Österreich so.

So habe ich zum Beispiel den Marktwert eines Brand Managers recherchiert.

So sieht man zumindest einmal eine Bandbreite, in der sich diese Position bewegt. Wirklich spannend, so wie ich finde!

Zurück zu meinem Fall

Über die Jahre hinweg habe ich mir nun also viele Kenntnisse, Kompetenzen und Erfahrungen in diversen Abteilungen und unterschiedlichen Fachbereichen angeeignet.

Wieder sehr häufig durch Hunderte Überstunden, lange Abende und frühe Morgenschichten. Das Wochenende habe ich mir persönlich fast immer ausgespart, das war mir heilig, ich saß die Mehrstunden zumeist im Office.

Und immer wieder ist es mir passiert, dass ich mir dachte, wieso bekomme ich jetzt die Bewertung oder diesen und jenen Bonus nicht? Ich habe doch sooo viel gearbeitet.

ABER: und auch das musste ich erst von Martina lernen bzw. realisieren. Shame on me…

Nur, weil ich viel arbeite, heißt das noch sehr lange nicht, dass ich meiner Firma auch einen Mehrwert bringe. 

Diesen muss ich nämlich nachweisen und beweisen.

Und dafür braucht man gewöhnlicherweise ein wenig Zeit. Da muss man erst was lernen im neuen Job. Etwas investieren – denn die Firma investiert ja auch in einen.

In meinem Fall muss ich sagen, dass sich meine Anstrengungen in Rückschau fast immer – im wahrsten Sinne des Wortes – bezahlt gemacht haben.

Ich habe immer sehr gute Bewertungen für meine Projekte und Tätigkeiten erhalten und bin auf der Gehaltsleiter langsam aber stetig weiter hinaufgeklettert.

Ich spaziere gemütlich durch den ParkUnd nun?…

Da stehe ich nun und überlege mir, was ich wohl als meinen aktuellen Marktwert ansetzen würde.

Vielleicht muss ich noch einmal bei Martina anrufen. 🙂 

Aber ein Spruch von ihr ist mir jedenfalls in Erinnerung geblieben:

„Dein Gehirn wird alles tun, dass du recht behältst.“

Ich muss mich selbst gut bewerten, ich muss mir selbst etwas zutrauen und mir selbst ein bestimmtes Gehalt wert sein.

Dann habe ich gute Chancen, dass ich es auch bekomme, oder?

Was meint Ihr dazu? Interessiert Euch Euer Marktwert, kennt Ihr ihn?

Freue mich auf Eure Kommentare und ein Wiederlesen,

Eure Sigrid

 

Das könnte Dir auch gefallen

1 Kommentar

  • Antworten Wie bestimme ich meinen Marktwert? Teil 1 - mamawahrheiten 15. Dezember 2020 at 22:57

    […] Lasst es mich wissen. Meine weiteren Gedanken zu dem Thema in Teil 2. […]

  • Hinterlasse eine Antwort